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Mein Tag mit Elon Musk

Es gibt Tage im Leben eines jeden Einzelnen, die vergisst man nie.

Der 22.März 2022 ist wohl so ein Tag an den ich mich noch lange zurück erinnern werde. Es war in allen Medien zu lesen und zu hören das mit einer großen Party die Einweihung der Gigafactory in Berlin/Grünheide stattfinden soll. Das Datum wurde seit Wochen kommuniziert und jeder wusste das ist das Ding. Es war die nunmehr vierte Gigafactory weltweit aber die erste in Europa. Viele Augen waren auf diesen Termin gerichtet und kurioser weise hatte ich diesen Tag nicht so wahrgenommen wie manch andere. Was passierte denn nun genau an diesem besonderen Tag?

Kurz zur Vorgeschichte, 14 Tage zuvor bekam ich einen Anruf von einem Tesla Manager den ich schon einige Jahre gut kenne. Er fragte mich, ob ich am 22.3 Zeit habe, um nach Berlin zu kommen. Er führte aus es bestehe die Chance einen der allerersten Model Y Performance direkt im Werk abzuholen. Zudem werden unzählige Gäste anwesend sein wie der  Bundeskanzler und der Ministerpräsident von Brandenburg und das auch Elon Musk sowie weitere hochrangige Gäste erwartet werden. Meine Reaktion war nicht sonderlich euphorisch. Hatte ich doch bereits in der Vergangenheit einige bedeutende Tesla Events miterleben dürfen. 2016 die Weltpremiere des Model 3 in Los Angeles oder die spezielle Factory Tour in Fremont 2017 und im Anschluss die GIGA Factory Tour in Nevada/Reno. Ich meinte dann es wäre sicherlich spannend, wenn ich einige meiner Mitarbeiter zu diesem Event entsende statt meiner. Daraufhin wurde der Tesla Mitarbeiter etwas konkreter und meinte ich kann gerne bis zu 3 Personen mitnehmen, aber er würde mir sehr empfehlen selbst zu erscheinen. Er wusste welch Bedeutung Elon Musk für mich hat, konnte oder durfte aber nichts Konkretes sagen. Mein Gefühl sagte mir geh hin! So sagte ich zu und ließ umgehend Zimmer buchen. Zwischenzeitlich meldete sich ein weiterer Tesla Mitarbeiter, um alle Formalitäten zu erledigen und dieser Betreuer war dann auch in Berlin vor Ort und kümmerte sich vorbildlich um all unsere Belange inklusive durchschleusen durch einige hunderte wartenden Menschen vor dem Eingang bis zur Auswahl des Songs der gespielt werden sollte wenn der Wagen übergeben wird etc.

Begonnen hat der 22.März  bereits um 9 Uhr morgens. Ich hatte auf meinem Handy die Präsentation, auf der der Ablauf schön zusammengefasst wurde – jedoch wurde nirgendwo erwähnt das Elon Musk persönlich die Schlüsselübergabe macht – geschweige denn er sich 4-5 Minuten Zeit nehmen wird und es zum persönlichen Austausch mit dem aktuell reichsten und erfolgreichsten Menschen dieser Erde kommt. Für mich ist Elon Musk nicht erst seit 2019 ein Idol. Ich hatte 2010 schon den ersten Tesla gekauft und damals auf Grund der Nachfrage in der Vermietung eingesetzt. Kurz darauf einen zweiten Roadster und auch mein erstes Tesla Aktienpaket geordert – wo der Kurs noch bei 17 Dollar pro Aktie lag. Wir waren wohl die allerersten in Deutschland die Tesla Fahrzeuge vermietet haben. Begeistert von diesem Roadster waren alle ob Ministerpräsident, Bundestagsabgeordneten, Bürgermeister oder einfach Interessierte Menschen. Endlich mal ein schickes Elektroauto lautete der Tenor. Das sich die Story so sensationell entwickeln würde hat wohl niemand erwartet. Das es eine großartige Sache ist war mir damals glasklar. Oft werde ich gefragt, wie man das so lange durchhalten konnte. Schließlich gab es speziell im deutschsprachigen Raum viele Kritiker die Tesla in Frage stellten oder sogar ins Abseits mit technischen Märchen und Unzulänglichkeiten framten. Die Antwort von mir ist immer dieselbe. Das Produkt hat überzeugt deswegen hat mich die negative Presse und die negative Meinung nicht manipuliert. Meistens haben die Kritiker, welche am lautesten gemahnt haben nie einen Tesla gefahren. Ich erinnere mich an einen hochrangigen Manager von Nestle der mir sogar Zeitungsausschnitte zusandte, welche seine negativen Einschätzungen bestätigten gegenüber Tesla. Selten waren User kritisch meist verständnisvoll. Es gab auch welche die wollten mit negativen Nachrichten nur Aufmerksamkeit erzeugen, aber die kennt man ja.

In Grünheide angekommen wurden wir durch die Menge der wartenden geschleust was nicht ganz unproblematisch war schließlich standen viele seit den frühen Morgenstunden und wollten einen Blick oder gar ein Foto von Elon Musk. Die Stimmung war gut, aber anstehende Menschen zu überholen ist unangenehm – zumindest für mich. Der Betreuer von Tesla musste nun nur noch das Security Team überzeugen und schon waren wir auf dem Gelände. Tesla hatten einen überdimensionalen Bereich eingerichtet für Owners bereit zur Abholung eines der ersten Model Y Performance weltweit – insgesamt waren 30 Kunden ausgewählt. Nach der Begrüßung durch das Tesla Team und vielen bekannten Gesichtern ging es dann per Transfer zu einer Führung durch die Gigafactory. Von der gigantischen Presse zum Bodyshop, der Gießerei, Sattlerei, Lackiererei und Endkontrolle, durften die glücklichen Gäste sogar in der Factory Fotos schießen und Videos drehen. Ausführlich wurde erklärt und Fragen der begeisterten Tesla Kunden beantwortet. Interessant zu erwähnen ist der Weg den Tesla in Bezug der Druckgussteile geht. Hierbei wird ein Prozess der aktuell mit 70 Teilen abläuft auf nur noch 4 Teile und zukünftig auf ein einziges Karosserieteil reduziert. Eine Revolution im Automobilbau. Eine lustige kleine Drohne, Handteller groß, begleitete uns permanent und flog durch die Produktion während die Besucher staunend die laufende Produktion beäugten.

Anschließend wurden heiße und kalte Getränke gereicht sowie Snacks und frisches Obst. Reger Austausch zwischen anderen Kunden und alte Bekannten. Erwähnenswert die eigene Erstellung von Tesla Schlüsselanhänger aus übrig gebliebenem Metall aus der Produktion – ein nettes Mitbringsel.

Gegen 13 Uhr begann die Ansprache durch den Ministerpräsidenten von Brandenburg, sowie die Rede von Bundeskanzler Olaf Scholz. Im Anschluss ergreift Elon Musk das Mikrofon. Elon tritt auf mit Anzug und Krawatte anders als auf der Bühne später als dann draußen vor der Factory auf der Party mit allen Mitarbeitern und Mitglieder/Gästen verschiedener Tesla Clubs sowie Zulieferer und Bauarbeiter gefeiert wurde.

Dann beginnt die Übergabe des ersten Tesla Model Y – die Musik erklingt es wird laut – der glückliche Kunde geht auf Elon zu wird freundlich begrüßt. Sie wechseln Worte und lachen. So geht das nun eine Weile aber das Tesla Team hat auch an die Wartezeit der Kunden gedacht, die wohl noch weit über eine Stunde warten müssen. Es wurde ein schöner Wartebereich geschaffen mit Liegestühlen und Bar. Als dann der Tesla mit dem Kennzeichen GIGA 013 vorfährt kommt mein Tesla Ansprechpartner für den heutigen Tag mit einem Lächeln auf den Lippen „sind Sie bereit Herr Hageleit?“ JAAAAA Los gehts! Mein Song von Bon Jovi ertönt und zuerst begrüßt mich der Tesla Europachef und fragt, ob er ein Foto machen darf – was für eine Frage na klar. Dann steht Elon Musk vor mir – er ist größer als man denkt und hat eine unglaublich vereinnahmende positive Ausstrahlung. Es ist unbeschreiblich, wenn man es mit den richtigen Worten ausdrücken will dann nur mit denen das es bislang wohl die beste Entscheidung war diesem Unternehmen das Vertrauen auszusprechen und eine wunderbare Zeit mit den Produkten und Mitarbeitern hatte. Zudem ist und war die Inspiration durch diesen Menschen groß und hilfreich. Das betrifft nicht nur die Entwicklung von Tesla welche ich intensiv verfolgt habe, sondern auch die von Space X um die Menschheit Multiplanetar zu machen.

Ich kennen niemanden auf diesem Planeten der nur ansatzweise Projekte in diesem Umfang angepackt und umgesetzt hat wie Elon Musk. Zudem noch Vater von 7 Kinder ist und einen Hund besitzt. Es ist manchmal seltsam aber der Mann ist in meinen Augen eine Maschine.

Ich hatte das Glück in meinem Leben bedeutende Menschen kennenzulernen wie Michael Schumacher, Lewis Hamilton, Tony Robbins und Reinhold Messner. Elon ist für mich mit Abstand die bedeutsamste Person aller Persönlichkeiten. Was hat er nicht alles einstecken müssen und wie groß waren die Steine, die er aus dem Weg räumen musste! Er hätte es einfacher haben können, aber er wollte mehr.

Nach so vielen Events mit Tesla nun auch endlich den Mann der so viel erreicht hat persönlich gegenüber zu stehen war unbeschreiblich. Ich bekomme jetzt noch Gänsehaut, wenn ich daran denke. Meine ersten Worte waren „it is my pleasure to be here“ ohne meine Mundwinkel hätte ich wohl in diesem Augenblick das Grinsen nie wieder aus dem Gesicht bekommen. Ich fragte Elon warum er denn immer nur von Sonnen und Windenergie spricht. Warum nicht über das Potenzial zur Energieerzeugung mit Geothermie? Wie aus der Pistole geschossen antwortete er „this is super interesting“ alles andere hätte mich auch gewundert. Elon meinte sogar das Tesla in Reno bereits Geothermie erfolgreich einsetzt. Die Freude war nun größer und auch weitere Wortwechsel waren sehr vielversprechend dazu aber bei anderer Gelegenheit vielleicht mehr.

Nach der Schlüsselübergabe durch Elon wurden wir nun von einem Fahrer aus dem Gebäude gefahren und alle 30 Erstauslieferungen trafen sich auf einem abgesperrten Platz vor der Bühne. Nun strömten die Menschen auf das abgesperrte Gelände. Foodtrucks und Getränkeausgaben standen bereit sowie ein Stand mit T-Shirts damit jeder der auf der Party war ein Andenken mit nach Hause nehmen konnte. Ich habe so viel Andenken mitgenommen, das ich erstmal einige Zeit gebraucht habe, um dieses Erlebnis zu verarbeiten. Ich bin unendlich dankbar und voller Demut – ich werde diesen Tag wohl noch lange in Erinnerung behalten und wenn ich daran denke an diesen 22. März 2022 mir selbst ein Lächeln ins Gesicht zaubern.